Die TV- und Netz-Dokumentation „Lösch Dich! So organisiert ist der Hate im Netz“ ist gestern Abend auf Youtube und in der ARD-Mediathek erschienen. Ein Team um den YouTuber Rayk Anders und den Journalisten Patrick Stegemann hat dabei organisierte Trolle besucht und ihre Motive erforscht. Das reicht von gelangweilten Nerds mit zuviel Freizeit und einer Kamera bis hin zu organisierten Rechtsextremen, die sich als Infokrieger sehen und verdeckte Kampagnen starten.
Die Doku verfolgt ein Team, das undercover als Trolle und Hater im Netz unterwegs war und berichtet von gesteuerten Shitstorms, Mobbingattacken, Wahlmanipulationen. In der Doku sprechen sie mit Trollen, Nazis und Hatern, sind verdeckt in Trollnetzwerken unterwegs. […] Ihre intensive Recherche zeigt: Hass im Netz ist organisiert. Er wird genutzt von politischen Gruppen, meistens rechtsmotivierten, ist aber auch schlicht Teil einer Gegenkultur im Netz. Oft sind Hater keine Einzeltäter. Sie organisieren sich in Gruppen und machen Jagd, hetzen, mobben und haten nach vorheriger Absprache bestimmte Seiten und Personen. In geheimen Foren mit Namen wie „Reconquista Germanica“ organisieren sie sich fast militärisch, geben sich Titel wie „General“, verwenden Begriffe wie „Sondereinsatzkommando“. Sie selbst sehen sich als „Infokrieger im Infokrieg“ um die Meinungshoheit im Internet. Sie manipulieren die Stimmung im Netz, kapern Onlinediskussionen mit Hetze und Fakeaccounts. Sie erstellen massenhaft Memes unter anderem mit rassistischen Bildern, lassen sie tausendfach teilen und beanspruchen den Erfolg der AfD gern für sich.
Die Dokumentation wurde von der Kooperative Berlin im Auftrag von funk produziert und damit von unseren Rundfunkgebühren finanziert. Ich finde sie gelungen.
Über das rechtsextreme Netzwerk Reconquista Germanica haben wir im Rahmen einer Recherche bereits im Februar ausführlich berichtet: Getarnt als Gamer – Einblicke in eine rechtsradikale Troll-Armee.
